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1.4 Zwei Hauptansätze des Wissensmanagements: Der personenorientierte Ansatz und der systemorientierte Ansatz
Eine der häufigsten und in der Tat wichtigsten Überlegungen bei der Entwicklung einer organisationalen Wissensmanagement-Strategie ist die Frage, welchen Schwerpunkt oder welche Orientierung sie haben soll. Diese Strategien wiederum können in zwei verschiedenen Dimensionen beschrieben werden, die dazu beitragen, ihre Orientierung zu überdenken und zu erklären.
Die erste Strategie wird als Systemstrategie bezeichnet und spiegelt eine Systemorientierung des Wissensmanagements wieder. Diese Strategie betont die Fähigkeit, einen Beitrag dazu zu leisten, dass das explizit dokumentierte Wissen einer Organisation geschaffen, gespeichert, weitergegeben und benutzt wird. Die Strategie gemäß dieser Dimension betont das Kodieren und Speichern von Wissen. Normalerweise kann Wissen mit Hilfe von Informationstechnologie kodiert werden. Bei kodiertem Wissen besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass es wieder verwendet wird. Die Betonung liegt auf einem vollständig festgelegten Regelwerk, das bestimmt, was in jeder nur denkbaren Situation zu tun ist.
Die zweite Strategie kann man als personenorientierte Strategie bezeichnen und spiegelt offenkundig einen personengebundenen Schwerpunkt des Wissensmanagements wieder. Die Strategie betont die Weitergabe von Wissen mit Hilfe von zwischenmenschlicher Interaktion. Die Strategie macht sich Dialoge vermittels sozialer Netzwerke einschließlich Fachgruppen und Teams zu Nutze. Sie trägt dazu bei, dass Wissen durch persönliche Kontakte weitergegeben wird. Diese Strategie versucht, internes und günstiges (opportunistisches) Wissen zu erlangen und es informell weiter zu geben. Wissen kann auf vielerlei Weise von erfahrenen und kompetenten Personen eingeholt werden. Tabelle 1 fasst die Haupteigenschaften der systemorientierten und personenorientierten Strategien zusammen.
Tabelle 1. Eigenschaften systemorientierter und personenorientierter Strategien
Strategie Eigenschaften
systemorientiert • Betont kodiertes Wissen in Wissensmanagementprozessen
• Konzentriert sich auf das Kodieren und Speichern von Nachrichten mit Hilfe von Informationstechnologie
• Versucht, Wissen formal weiter zu geben
personenorientiert • Betont Dialog vermittels sozialer Netzwerke und persönlicher Kontakte
• Konzentriert sich darauf, Wissen mit Hilfe von erfahrenen und kompetenten Personen zu beschaffen
• Versucht, Wissen informell weiter zu geben
Viele Studien haben die Richtlinien für die Anwendung systemorientierter oder personenorientierter Strategien beleuchtet. Diese Studien können in drei Ansätze unterteilt werden: fokussiert, ausgewogen und dynamisch. Abbildung 1.3 (11) vergleicht diese drei Ansätze. Die systemorientierte Achse entspricht dem Grad der Kodierung und Speicherung organisationalen Wissens, den Grad des Zugriffs und der Nutzung. Die personenorientierte Achse entspricht dem Grad der Erfassung und Weitergabe von implizitem Wissen durch zwischenmenschliche Interaktion.
Abbildung 1.3 (11) Wissensmanagement-Strategien aus drei Perspektiven.
Diese Studien schlagen vor, dass Firmen überwiegend eine Strategie verfolgen sollten. Hansen schlägt vor, dass Firmen eine Strategie verfolgen und gleichzeitig eine andere zur Unterstützung verwenden sollten. Swan dagegen argumentiert, dass eine personenorientierte Strategie einer systemorientierten überlegen ist.
Der ausgewogene Ansatz schlägt vor, dass Firmen einen Mittelweg zwischen beiden Strategien finden sollten. Bierly und Chakrabarti fanden heraus, dass Firmen, die Wissen erfassen und weitergeben, indem sie system- und personenorientierte Strategien verbinden, profitabler zu sein pflegen. Jordan und Jones betonen das Gleichgewicht zwischen Strategien, die auf explizitem bzw. implizitem Wissen basieren für die Förderung der Entwicklung von innovativerem Wissen. Zack führt aus, dass Firmen mit einer aggressiven Strategie, die eine systemorientierte Strategie mit einer personenorientierten Strategie kombinieren, diejenigen Firmen überflügeln, die eine wenige aggressive Strategie haben.
Der dynamische Ansatz schlägt vor, dass Firmen ihre Strategien an die charakteristischen Eigenschaften von Wissen angleichen sollten. Zum Beispiel führt Bohn aus, dass Manager ihre Wissensmanagement-Strategien mit einem Spektrum, das von reinem Sachwissen bis zu reinen Verfahrensweisen reicht, in Deckung bringen sollten. Singh und Zollo argumentieren, dass Firmen ihre Wissensstrategien mit Tätigkeitseigenschaften in Einklang bringen sollten.
Der fokussierte Ansatz legt nahe, dass sich eine Firma auf eine Strategie konzentrieren sollte. Im Gegensatz dazu bestehen ausgewogene und dynamische Ansätze darauf, dass eine Firma von beiden Strategien Gebrauch machen sollte. Fokussierte und ausgewogene Strategien versäumen es jedoch, die Dynamik von Wissen zu berücksichtigen. Obwohl Wissen als aktiver Prozess gewertet werden sollte, der von Natur aus unbestimmt ist und sich ständig verändert, sind diese beiden Ansätze statisch. Der dynamische Ansatz schlägt vor, dass die Wahl sich verändern kann, abhängig von den Eigenschaften des Wissens.
Quellenangaben
Byounggu Choi, Heesok Lee, “”Knowledge management strategy and its link to knowledge creation process”, Expert Systems with Applications, 23 (2002), pp 173-187.
Die erste Strategie wird als Systemstrategie bezeichnet und spiegelt eine Systemorientierung des Wissensmanagements wieder. Diese Strategie betont die Fähigkeit, einen Beitrag dazu zu leisten, dass das explizit dokumentierte Wissen einer Organisation geschaffen, gespeichert, weitergegeben und benutzt wird. Die Strategie gemäß dieser Dimension betont das Kodieren und Speichern von Wissen. Normalerweise kann Wissen mit Hilfe von Informationstechnologie kodiert werden. Bei kodiertem Wissen besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass es wieder verwendet wird. Die Betonung liegt auf einem vollständig festgelegten Regelwerk, das bestimmt, was in jeder nur denkbaren Situation zu tun ist.
Die zweite Strategie kann man als personenorientierte Strategie bezeichnen und spiegelt offenkundig einen personengebundenen Schwerpunkt des Wissensmanagements wieder. Die Strategie betont die Weitergabe von Wissen mit Hilfe von zwischenmenschlicher Interaktion. Die Strategie macht sich Dialoge vermittels sozialer Netzwerke einschließlich Fachgruppen und Teams zu Nutze. Sie trägt dazu bei, dass Wissen durch persönliche Kontakte weitergegeben wird. Diese Strategie versucht, internes und günstiges (opportunistisches) Wissen zu erlangen und es informell weiter zu geben. Wissen kann auf vielerlei Weise von erfahrenen und kompetenten Personen eingeholt werden. Tabelle 1 fasst die Haupteigenschaften der systemorientierten und personenorientierten Strategien zusammen.
Tabelle 1. Eigenschaften systemorientierter und personenorientierter Strategien
Strategie Eigenschaften
systemorientiert • Betont kodiertes Wissen in Wissensmanagementprozessen
• Konzentriert sich auf das Kodieren und Speichern von Nachrichten mit Hilfe von Informationstechnologie
• Versucht, Wissen formal weiter zu geben
personenorientiert • Betont Dialog vermittels sozialer Netzwerke und persönlicher Kontakte
• Konzentriert sich darauf, Wissen mit Hilfe von erfahrenen und kompetenten Personen zu beschaffen
• Versucht, Wissen informell weiter zu geben
Viele Studien haben die Richtlinien für die Anwendung systemorientierter oder personenorientierter Strategien beleuchtet. Diese Studien können in drei Ansätze unterteilt werden: fokussiert, ausgewogen und dynamisch. Abbildung 1.3 (11) vergleicht diese drei Ansätze. Die systemorientierte Achse entspricht dem Grad der Kodierung und Speicherung organisationalen Wissens, den Grad des Zugriffs und der Nutzung. Die personenorientierte Achse entspricht dem Grad der Erfassung und Weitergabe von implizitem Wissen durch zwischenmenschliche Interaktion.
Abbildung 1.3 (11) Wissensmanagement-Strategien aus drei Perspektiven.
Diese Studien schlagen vor, dass Firmen überwiegend eine Strategie verfolgen sollten. Hansen schlägt vor, dass Firmen eine Strategie verfolgen und gleichzeitig eine andere zur Unterstützung verwenden sollten. Swan dagegen argumentiert, dass eine personenorientierte Strategie einer systemorientierten überlegen ist.
Der ausgewogene Ansatz schlägt vor, dass Firmen einen Mittelweg zwischen beiden Strategien finden sollten. Bierly und Chakrabarti fanden heraus, dass Firmen, die Wissen erfassen und weitergeben, indem sie system- und personenorientierte Strategien verbinden, profitabler zu sein pflegen. Jordan und Jones betonen das Gleichgewicht zwischen Strategien, die auf explizitem bzw. implizitem Wissen basieren für die Förderung der Entwicklung von innovativerem Wissen. Zack führt aus, dass Firmen mit einer aggressiven Strategie, die eine systemorientierte Strategie mit einer personenorientierten Strategie kombinieren, diejenigen Firmen überflügeln, die eine wenige aggressive Strategie haben.
Der dynamische Ansatz schlägt vor, dass Firmen ihre Strategien an die charakteristischen Eigenschaften von Wissen angleichen sollten. Zum Beispiel führt Bohn aus, dass Manager ihre Wissensmanagement-Strategien mit einem Spektrum, das von reinem Sachwissen bis zu reinen Verfahrensweisen reicht, in Deckung bringen sollten. Singh und Zollo argumentieren, dass Firmen ihre Wissensstrategien mit Tätigkeitseigenschaften in Einklang bringen sollten.
Der fokussierte Ansatz legt nahe, dass sich eine Firma auf eine Strategie konzentrieren sollte. Im Gegensatz dazu bestehen ausgewogene und dynamische Ansätze darauf, dass eine Firma von beiden Strategien Gebrauch machen sollte. Fokussierte und ausgewogene Strategien versäumen es jedoch, die Dynamik von Wissen zu berücksichtigen. Obwohl Wissen als aktiver Prozess gewertet werden sollte, der von Natur aus unbestimmt ist und sich ständig verändert, sind diese beiden Ansätze statisch. Der dynamische Ansatz schlägt vor, dass die Wahl sich verändern kann, abhängig von den Eigenschaften des Wissens.
Quellenangaben
Byounggu Choi, Heesok Lee, “”Knowledge management strategy and its link to knowledge creation process”, Expert Systems with Applications, 23 (2002), pp 173-187.
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