1.3 Wissensmanagement - 1.3.1 Einführung
Schon seit Jahrhunderten suchen Geschäftsleute nach Wettbewerbsvorteilen, die es ihnen ermöglichen, Kunden so effektiv wie möglich zu bedienen, Profite zu maximieren, sich einen treuen Kundenstamm aufzubauen und die Konkurrenz auf Abstand zu halten, unabhängig vom Produkt oder der Dienstleistung.Vor ungefähr 5000 Jahren begannen die Menschen in Mesopotamien den Überblick über die unzähligen Tontafeln zu verlieren, die sie dazu verwendeten, um Verträge, Steuerberechnungen, Verkäufe und Gesetze festzuhalten. Die Lösung war die Einrichtung einer Bibliothek, der ersten Institution, die dem Wissensmanagement gewidmet war. Der Zugriff auf die Informationen, die sie enthielt, war weitgehend den politischen und religiösen Führern vorbehalten – der Elite, die entweder die Sprache verstand, in der die Tafeln geschrieben waren, oder die es sich leisten konnten, sich die Werke in ihre Muttersprache übersetzen zu lassen. In der Renaissance verbesserte sich die Lage für die Allgemeinheit mit der Erfindung der Druckerpresse und der Praxis, Werke in der Umgangssprache der Menschen zu drucken.[1].
In Handel und Gewerbe wurde Fachwissen über Jahrhunderte durch die Lehrausbildung und verschiedene Formen des kollektiven Gedächtnisses weitergegeben. Dies änderte sich mit der Einführung des Fließbandes als Produktionsmethode. Die Fließbänder bildeten das strukturelle Gedächtnis für den Prozess, der an der Produktion verschiedener Waren beteiligt war, deren Gestaltung die Massenproduktion ermöglichte. Dieser Trend spiegelt sich in der jüngsten Vergangenheit im industriellen Zeitalter wider, in dem die Haupt-Wettbewerbsvorteile von niedrigeren Produktionskosten und höherer Produktivität herrührten.
In der heutigen Wirtschaft sind Bildung und Wissen zu Schlüsselfaktoren für das erfolgreiche Bestehen im internationalen Wettbewerb geworden mit dem Ergebnis, dass nicht greifbare Ressourcen mittlerweile lebenswichtig sind. Firmen haben erlebt wie sich das Schlachtfeld um Wettbewerbsvorteile von greifbaren Ressourcen (Kapital, Rohstoffe, Land, Maschinen etc.) hin zu nicht greifbaren Ressourcen verlagert hat, wo Elemente wie Wissen und die Fähigkeit es zu managen (Wissensmanagement) eine entscheidende Rolle für Geschäftserfolg spielen. Wissen ist in der modernen Wirtschaft und Gesellschaft zur Hauptquelle für Macht, Prestige und Reichtum geworden. Die Schaffung, der Erwerb und die Nutzung von Wissen sind lebenswichtig geworden, um die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu erhalten und fortzusetzen. Dies gilt gleichermaßen für Einzelpersonen, Organisationen, Institutionen im öffentlichen Sektor, Firmen, ganze Regionen und sogar Staaten.
Das moderne wirtschaftliche Umfeld ist gekennzeichnet durch wirtschaftliche Unbeständigkeit, hohe Mitarbeiterfluktuation, internationale Verschiebungen von politischer Macht, globalen Wettbewerb und raschen Wandel. Infolgedessen können sich moderne Wirtschaftsunternehmen ohne qualifizierte Manager und Mitarbeiter auf dem Markt nicht wirksam behaupten. Die Methoden, mit denen sie ihr Wissen und alle Prozesse und Technologien verwalten, die am Geschäftsbetrieb beteiligt sind, einschließlich der Informationstechnologie, sind von großer Bedeutung.
In den folgenden Abschnitten werden deshalb einige der Hauptelemente dieses neuen Managementansatzes diskutiert und untersucht. Darüber hinaus werden einige der Hauptmerkmale von Wissen, verschiedene Arten von Wissen und die Hauptprozesse des Wissensmanagements dargestellt.
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